Der Papst besucht das besetzte Assyrien, um seine Unterstützung für die verbliebenen Assyrer zu zeigen, aber tatsächlich untergräbt der Vatikan die Bedingungen für eine anhaltende christliche Präsenz in der Region.

Papst Franziskus besucht den vom Irak besetzten Teil Assyriens. Der Besuch wird vom Vatikan als Unterstützung für “die Christen” präsentiert, die nach der ethnischen Säuberung des Islamischen Staates im Sommer 2014 in ihre Gebiete in der Ninive-Ebene zurückgekehrt sind Akteure, deren Handlungen die Grundbedingungen für eine weitere assyrische Präsenz in diesem Teil Assyriens untergraben.

Hujådå sieht hier die verschiedenen Positionen und Aktionen, für die der Vatikan steht und die zum Nachteil der Assyrer wirken.

Segen für die kurdische Besatzung

Der Vatikan ist zu einem der politischen Akteure geworden, der die kurdische Besetzung assyrischer Gebiete am deutlichsten gelobt und gesegnet hat. Der Vatikan hat aktiv das falsche Bild der Kurden im Nordirak als “Beschützer der Christen” dargestellt. Die von Clans geführte kurdische Regierung hat den Vatikan mehrmals besucht, um positive Publicity zu erzielen und ihr Image als “Beschützer der Christen” zu stärken. Der Vatikan ist damit ein Akteur, der zur fortgesetzten kurdischen Besetzung des nördlichen Teils der Ninive-Ebene beiträgt.

Wirkt Provinzbildung entgegen

Der Vatikan hat sich auch auf verschiedene Weise dem Vorschlag widersetzt, die Ninive-Ebene zu einer eigenen Provinz zu erheben. Der Vorschlag würde den Assyrern in der Praxis lokale Autonomie und große Befugnisse zur Entwicklung der lokalen Wirtschaft und Sicherheit verleihen. Stattdessen diffamiert der Hauptvertreter des Vatikans im Irak, Kardinal Louis Sako, den Vorschlag seit Jahren und nennt ihn einen Vorschlag zur Schaffung eines “christlichen Ghettos”. Die kurdische Autonomie hingegen wird nicht als kurdisches Ghetto bezeichnet, sondern von katholischen Vertretern gefeiert. Der Vorschlag wurde selbst in vatikantreuen Medien negativ beschrieben.

Gegner der lokalen Sicherheitskräfte

Die katholische Kirche hat auch eine sehr feindselige Haltung gegenüber den Assyrern oder “Christen” eingenommen und die Angelegenheiten der lokalen Sicherheit in der Ebene von Ninive selbst in die Hand genommen. Seit der Bildung der Ninive Plain Protection Units (NPU) hat sich Vatikan-Kardinal Sako im Irak immer wieder negativ von “christlichen Milizen” geäußert. Laut Statistiken des Assyrian Policy Institute ist ein größerer Teil der Assyrer in die Teile der Ninive-Ebene zurückgekehrt, in denen die NPU für Sicherheit steht. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die ablehnende Haltung der Vertreter des Vatikans.